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7 Punkte, die bei der Auswahl des Rechenzentrums zu beachten sind

Informationen sind das höchste Gut des Unternehmens. Diese müssen irgendwo als Daten gespeichert werden, sei es in einem Rechenzentrum lokal oder bei einem Colocation-Anbieter / MTDC (Multi-Tenant Data Center).

Da so viel von der richtigen Speicherung, Sicherheit und Handhabung von Daten abhängt, ist es wichtig, dass Ihr Unternehmen den richtigen Anbieter findet, um alle Daten unterzubringen. Die richtige Datenverwaltung macht Rechenzentren zu einem wertvollen Aktivposten für jedes Unternehmen, ob groß oder klein. Aber wie können Sie bei so vielen Optionen entscheiden, worauf es ankommt, wenn Sie Ihre Entscheidung treffen?

In diesem Artikel werden die wichtigsten Dinge untersucht, die Sie bei der Auswahl eines Rechenzentrums beachten müssen, damit Sie sicher sein können, dass Ihre Wahl die richtige ist.

1. Standort des Rechenzentrums

Standort ist eines des wichtigsten Parameters bei der Auswahl eines Rechenzentrums. Wenn wir Europa vom weiten betrachten sehen wir 3 große Knoten:

  • Frankfurt am Main
  • London
  • Amsterdam

Diese 3 große Standorte sind vor allem jeweils für einen Merkmal herausragend. Frankfurt steht für Carrier, London für Finance und Amsterdam für Content. Es heißt nicht, dass in einem oder anderem andere Attribute nicht vorhanden sind, allerdings geht es um die Verfügbarkeit der Services an diesen Standorten.

Das heißt: Suchen Sie einen Standort, an dem Ihnen die Vielfältigkeit an den Carriern / MNOs wichtig ist – sind Sie am besten mit Frankfurt bedient. Bei Carriern spreche ich nicht von der DTAG, Colt, Cogent oder Lumen (Ex Century Link und Level3), sondern mehr von den regionalen oder internationalen Größen aus ganz Europa oder teils auch Afrika und Asien. Ähnliches gilt auch für London / Finance und Amsterdam / Content.

Ein kleines Unternehmen würde vielleicht auch behaupten, es wäre mit einem kleineren Anbieter irgendwo weit von den Großstädten zufrieden, allerdings fragt sich welche andere Anbieter vor Ort wären?

Sind Sie dann damit auch bedient wenn da weder AWS, noch solche Größen wie GCP, Azure oder auch CDN Akamai vor Ort sind? Tja, es kann sein, dass sie diese nicht brauchen aber wie sieht es mit der Zukunft aus? Ein Umzug des Rechenzentrums kann ein Unternehmen einiges kosten.

Schließlich sollten Sie sicherstellen, dass das Rechenzentrum leicht und 24/7 zugänglich ist. Wenn Ihre IT-Mitarbeiter Wartungsarbeiten oder Upgrades durchführen müssen, müssen Sie sie nicht so viel für unproduktive Reisezeit bezahlen. Denn manche Rechenzentren sind von den Flughäfen, Autobahnen oder anderen sozialen Einrichtungen weit entfernt, das muss ebenfalls beachtet werden.

DR (Desaster Recovery) und Redundanz

Im Falle von Desaster Recovery wird laut dem EN 50 600 empfohlen ein Data Center im größeren Umkreis als 200 km zu beziehen. Wenn Sie vermeiden möchten mit vielen Rechenzentrumsbetreibern zu arbeiten, sollten Sie ebenfalls darauf achte, das das Rechenzentrum mehrere Lokationen im entsprechenden Umkreis betreibt.

2. Ausfallsicherheit

In einem anderen Artikel sprach ich bereits über die SLAs, die Ausfallsicherheit der Rechenzentren. Hier geht es darum wie sicher und gut ein Rechenzentrum ausgestattet ist. Hier spreche ich gerne von der amerikanischen TIER (UptimeInstitute) Zertifizierung von Data Centern.

Ich weiß, dass viele von ihren TIER Zertifizierungen sprechen, allerdings meinen diese nur, dass ihr Rechenzentrum einem TIER1, TIER2, TIER3 oder TIER4 entspricht. Jedenfalls sollte möglichst darauf geachtet werden, dass die Ausfallsicherheit bei mindestens 99,99% liegt (mehr 9-er nach dem Komma entsprechend besser). Globale Anbieter haben meist 3x 9-er nach dem Komma.

In Deutschland sind die meisten Rechenzentren TÜV zertifiziert oder gebaut nach der EN 50 600 Norm.

Rechenzentrum TIER Zertifizierungen

Eine TIER Zertifizierung für Rechenzentren wird von dem UptimeInstitute vergeben. Es gibt auch in Deutschland ein Unternehmen welches mit UptimeInstitute zusammen arbeitet, welches sich in Darmstadt, bei Frankfurt am Main befindet.

Eine Frage, die gern und oft an einen Sales von Rechenzentren gestellt wird ist, welches TIER ihr Rechenzentrum hat. Normal kann man dann einfach sagen, dass es dem oder dem anderen TIER entspricht. Denn nur wenige Rechenzentren in Deutschland sind tatsächlich vom UptimeInstitute zertifiziert.

Data Center TIER Level

Folgende TIER Level gibt es. Übernommen und übersetzt von UptimeInstitute.

TIER I

Ein Tier I – Rechenzentrum ist die grundlegende Kapazitätsstufe mit einer Infrastruktur zur Unterstützung der Informationstechnologie für eine Büroumgebung und darüber hinaus. Zu den Anforderungen an eine Tier-I-Einrichtung gehören:

  • Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Stromsenkungen, -ausfälle und -spitzen.
  • Ein Bereich für IT-Systeme.
  • Dedizierte Kühlgeräte, die außerhalb der Bürozeiten laufen.
  • Ein Dieselgenerator für Stromausfälle.

Stufe I schützt vor Unterbrechungen durch menschliches Versagen, aber nicht vor unerwarteten Ausfällen oder Störungen. Zu den redundanten Geräten gehören Kältemaschinen, Pumpen, USV-Module und Motorgeneratoren. Die Anlage muss für vorbeugende Wartung und Reparaturen komplett heruntergefahren werden, und wenn dies nicht geschieht, erhöht sich das Risiko ungeplanter Unterbrechungen und schwerwiegender Folgen eines Systemausfalls.

TIER II

Tier II-Anlagen umfassen redundante Kapazitätskomponenten für Strom und Kühlung, die bessere Wartungsmöglichkeiten und Sicherheit gegen Störungen bieten. Zu diesen Komponenten gehören:

  • Dieselgeneratoren.
  • Energiespeicher.
  • Kältemaschinen.
  • Kühleinheiten.
  • USV-Module.
  • Pumpen.
  • Geräte zur Wärmeabfuhr.
  • Kraftstofftanks.
  • Brennstoffzellen.

Der Verteilungspfad von Tier II dient einer kritischen Umgebung, und die Komponenten können entfernt werden, ohne dass es zu einer Abschaltung kommt. Wie bei einer Tier-I-Einrichtung wirkt sich eine unerwartete Abschaltung eines Tier-II-Rechenzentrums auf das System aus.

TIER III

Ein Tier-III-Rechenzentrum ist mit redundanten Komponenten als Hauptunterscheidungsmerkmal gleichzeitig wartbar und verfügt über redundante Verteilungspfade zur Versorgung der kritischen Umgebung. Im Gegensatz zu Tier I und Tier II müssen diese Einrichtungen nicht abgeschaltet werden, wenn Geräte gewartet oder ausgetauscht werden müssen. Die Komponenten von Tier III werden den Tier-II-Komponenten hinzugefügt, so dass jeder Teil abgeschaltet werden kann, ohne den IT-Betrieb zu beeinträchtigen.

TIER IV

Ein Tier IV-Rechenzentrum verfügt über mehrere unabhängige und physisch isolierte Systeme, die als redundante Kapazitätskomponenten und Verteilungspfade fungieren. Die Trennung ist notwendig, um zu verhindern, dass ein Ereignis beide Systeme kompromittiert.

Die Umgebung wird durch eine Unterbrechung durch geplante und ungeplante Ereignisse nicht beeinträchtigt. Wenn jedoch die redundanten Komponenten oder Verteilungspfade für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden, kann die Umgebung im Falle eines Ausfalls einem höheren Risiko einer Unterbrechung ausgesetzt sein.

Tier-IV-Einrichtungen ergänzen die Tier-III-Topologie um Fehlertoleranz. Wenn ein Gerät ausfällt oder es eine Unterbrechung im Verteilungspfad gibt, wird der IT-Betrieb nicht beeinträchtigt. Die gesamte IT-Ausrüstung muss über ein fehlertolerantes Stromversorgungsdesign verfügen, um kompatibel zu sein. Tier-IV-Rechenzentren erfordern außerdem eine kontinuierliche Kühlung, um die Umgebung stabil zu halten.

3. Sicherheit

Bei der Auswahl der Fläche im Rechenzentrum bieten die meisten Anbieter 3 Möglichkeiten an:

  • Open Colo (der Netzwerkschrank wird in der Fläche mit weiteren Kunden platziert)
  • Eine Cage Lösung (macht meist ab 4 Schränken Sinn. Die Kundenschränke werden in einem sogenannten Cage abgesperrt, wo keiner, außer dem Kunden selbst, Zugang hat)
  • Suite (ein komplett getrennter Raum von den anderen im eigenen Brandabschnitt, hier hat natürlich ebenfalls nur der Kunde Zugang)

Ein ordentliches Sicherheitssystem ist entscheidend für ein Rechenzentrum. Da es alle Ihre Unternehmensdaten und -Anwendungen beherbergt, könnte ein Verstoß eine Katastrophe für Ihr Unternehmen bedeuten. Die durchschnittlichen Kosten eines Cyberangriffs auf Rechenzentren belaufen sich auf rund 3,5 Millionen EUR.

Rechenzentren sollten Software und Technologie verwenden, die Ihre Vermögenswerte schützen, aber sie sollten auch über eine starke physische Sicherheit verfügen. Das Rechenzentrum sollte über geeignete Schlösser, Überwachungssysteme und je nach Größe sogar über Sicherheitspersonal verfügen.

4. Rentabilität

Bei der Auswahl eines Rechenzentrumsanbieters sollten Sie darauf achten, ob das Unternehmen über eine lange Geschichte und Erfahrung verfügt. Ihr Rechenzentrum sollte in der Lage sein, Sie für mindestens 5 Jahre zu unterstützen. Recherchieren Sie; lesen Sie Pressemitteilungen, Bulletins oder prüfen Sie die finanzielle Glaubwürdigkeit und finanzielle Sicherheit des Unternehmens, bevor Sie diesem Ihre Daten anvertrauen.

5. Netzwerk-Konnektivität

Eines der wichtigsten Hab und Guts eines Rechenzentrums ist die Carrier-Vielfalt und die Möglichkeit der Nutzung von Meet-Me Rooms Konzepts. Meet Me Rooms sind Räumlichkeit in der Verantwortung von Rechenzentrumsanbieters. Hier kommen die ganzen Kabel von den Kunden Schränken an und können hier vor Ort problemlos und vor allem schnell verschaltet werden.

Ein Kunde, der einen Schrank bestellt, bekommt auch gleichzeitig eine Vorverkabelung / pre-cabling (Glas oder Kupfer) in den Meet Me Raum. Wenn in der Zukunft eine Verschaltung benötigt wird, kann diese von den Technikern in diesen Räumen schnell durchgeführt werden. Der große Vorteil ist, dass die Kabel sonst durch das ganze Rechenzentrum gezogen werden müssten, was in diesem Konzept komplett entfällt.

6. Flexibilität und Skalierbarkeit

Einer der wichtigsten Punkten, der gern übersehen wird, ist die Skalierbarkeit und die Flexibilität eines Rechenzentrums. Nehmen wir an Sie benötigen 3KW für Ihre Infrastruktur und mieten ein Netzwerkschrank bei einem Anbieter Ihrer Wahl aus.

Sie sind glücklich über den Preis und denken, dass für die nächsten Jahre die Leistung komplett ausreichen wird. Nun, vergehen wieder 1-2 Jahre und Sie möchten doch noch 2KW dazu buchen, denn der Stromhunger Ihrer Hardware ist mit den Jahren gewachsen.

Nun gibt es aber Anbieter, die nur maximal 3KW per Schrank anbieten. Das heißt, dass wenn Sie 5 KW benötigen, Sie einen weiteren Schrankstellplatz anmieten müssen. Das heißt für Sie wieder einen zusätzlichen Schrank kaufen, PDUs kaufen, Vorverkabelung und Connectivity was alles viel Geld kostet. Dies sollten Sie vorab prüfen.

Wenn Sie sich jetzt schon fragen, warum 5KW in einem Schrank nicht gehen aber 3 und 2 KW Schränke nebeneinander stehen dürfen – nun es geht um die Abwärme von Ihrem Schrank und diese wird von vielen komplett außer Acht gelassen.

Ein weiterer Punkt sind die Schrankhöhen. Manche Anbieter bieten maximal 42HE (Höheneinheiten / Rack Units) an, weil die Raumhöhe nicht mehr hergibt. 42HE heißt aber, dass Ihnen einiges an Platz verloren gehen kann und Sie bei anderen Anbietern womöglich gleiches Geld für einen Stellplatz allerdings für einen 48HE bezahlen könnten.Letzter Punkt ist die Möglichkeit von Zwischenverkabelungen zwischen den Racks und das Nutzen von Schottwänden, wie bereits in einem anderen Artikel beschrieben.

Nehmen wir an, Sie mieten sich ein Schrank an. In 2 Jahren merken Sie, dass Sie gern ein weiteres hätten. Allerdings stehen nun links und rechts bereits andere Kunden. Die beste Variante hierbei ist, wenn Sie sich einen links oder rechtsstehenden Schrank reservieren und dann wenn der Kunde da auszieht (falls), Sie einfach die Wände herausnehmen und Zwischenverkabelungen machen könnten.

7. Preise der Rechenzentren

Preise der Rechenzentrumsbetreiber sind oft unterschiedlich und sollten auf jeden Fall ähnlich den oben genannten Punkten genauestens betrachtet werden. Hier spricht man oft von MRC (Monthly Recurring Charges) und NRC (Non-Recurring Charges), heißt so viel wie monatlichen- und einmal beziehungsweise SetUp Kosten. Jedes Rechenzentrum macht es anders, bei einigen ist alles inklusive, bei anderen wiederum wird alles gesplittet.

Hier ein Beispiel wie es aussehen könnte.

MRC – monatliche Kosten

In die monatlichen Kosten für ein Netzwerkschrank laufen dann normalerweise folgende Parameter rein:

  • Stellplatz Miete
  • Bereitgestellte Leistung in KW oder KVA
  • Der eigentliche Verbrauch in KWh

Dann haben wir noch die Konnektivität (normal werden Sie immer 2 benötigen, da Redundanz):

  • Glasfaser (dark fiber pair) / Kupfer (kommt auf Ihre Bedürfnisse an und hängt von Ihren Anschlußmöglichkeiten ab)

NRC – einmal Kosten

  • Bereitstellung vom Netzwerkschrank (wenn Sie keinen eigenen mitbringen)
  • Bereitstellung der 2x PDUs / Stromleisten (ebenfalls wenn Sie keine eigene mitbringen)
  • Installation der Vorverkabelung / pre-cabling inklusive Patchpanel (Glas oder Kupfer)
  • Installation der Glasfaser oder Kupfer Verbindungen

Konnektivät Kosten generell

Physikalische Konnektivät

Die Preise für die Konnektivät sind ebenfalls oft komplett unterschiedlich. Auch wenn Sie auf einem Rechenzentrumcampus sind, können sich diese komplett unterscheiden und zwar wenn es um die Konnektivität innerhalb eines Campuses geht oder wenn es zwischen den Campusen verkabelt werden muss.

Des Weiteren sollte man darauf achten, dass die Setup Kosten nicht zu hoch sind wenn Sie nur eine kurze Mietdauer anstreben.

Virtuelle Konnektivität

Bei virtueller Konnektivät geht es oft um Layer 2, Wellen oder um VLan Pakete. Einige Rechenzentrumsanbieter bieten Ethernet Plattformen an wo man sich sogar international verschalten kann. Diese Verschaltungen können manchmal günstiger sein als physikalische (Natürlich benötigen Sie zuvor eine physikalische Verschaltung zu dieser Art Ethernet Plattform).

Hinzu kommen Plattformen für Carrier und VoIP und Voice Anbieter. Persönliche unterscheide ich gern zwischen VoIP und Voice, da VoIP eine regulären Layer 2 sein kann und Voice über E1, STM1 etc verschaltet werden und zu all dem eine wesentlich höhere Bandbreite benötigen und aber auch sehr gute Qualität bieten. Ich weiß, dass eigentliche Voice Plattformen langsam aber sicher aussterben, da zu teuer, nichtsdestotrotz werden diese immer noch gern von großen Carriern genutzt

Fazit

Generell kann ein Verbraucher wenig falsch machen wenn man alle diese Punkte beachtet. Sicherlich gibt es noch mehr worauf Ihr Augenschein als Kunde fallen sollte, aber ich denke, dass es den Großteil und vor allem den wichtigsten Teil abdeckt.

Falls ich was vergessen haben sollte oder Ihnen als Leser noch was einfällt, kann ich das gerne ergänzen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem passenden Rechenzentrum sind, können Sie sich auch gerne an mich wenden. Ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

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